Altbau Dach wird saniert

Altbau Dach sanieren, dämmen und erneuern: Was ist wann sinnvoll?

Das Dach eines Altbaus stellt andere Anforderungen als ein Neubau. Nicht standardisierte Maße, fehlende Unterspannbahn, veraltete Materialien und GEG-Vorschriften machen die Planung aufwendiger. Dieser Artikel erklärt, welche Optionen es gibt, was sie kosten und wann welche Maßnahme die richtige ist.

1. Besonderheiten des Altbaudachs

Altbaudächer unterscheiden sich in mehreren Punkten von modernen Konstruktionen. Wer diese Besonderheiten kennt, trifft bessere Entscheidungen bei der Planung.

Nicht standardisierte Maße

Sparrenabstände, Traufhöhen und Ortgangneigungen älterer Gebäude weichen häufig von den heute üblichen Normmaßen ab. Standardkantteile passen in diesen Fällen nicht ohne Anpassung. Wer mit konfektionierten Profilen arbeitet, riskiert undichte Anschlüsse oder Übergänge, die nicht bündig schließen. Maßgefertigte Abkantungen sind bei Altbauten deshalb oft keine Ausnahme, sondern die Regel.

Fehlende oder beschädigte Unterspannbahn

Viele Altbauten haben entweder keine Unterspannbahn oder eine, die durch Alterung brüchig geworden ist. Wird das Dach neu gedeckt, sollte eine neue Unterspannbahn eingebaut werden. Bei einer reinen Innendämmung ohne Neuerdeckung ist eine fehlende Unterspannbahn ein bekanntes Problem, das die Dämmoptionen einschränkt.

Mögliche Schadstoffe

Dachplatten aus Faserzement mit Asbestanteil finden sich in Gebäuden bis Baujahr 1993. Vor jeder Sanierung oder Demontage ist eine Asbestprüfung notwendig. Beide Materialien müssen fachgerecht demontiert und entsorgt werden und dürfen nicht einfach mit neuem Material überdeckt werden.

Statik und Tragfähigkeit

Wer von schweren Ziegeln auf leichtes Trapezblech (4 bis 8 kg/m²) wechselt, entlastet die Konstruktion. Der umgekehrte Weg, also das Auflasten einer alten Konstruktion mit schwererem Material, erfordert eine statische Prüfung.

2. Altbau Dach dämmen: Optionen im Überblick

Dachdämmung ist nicht unser Kernprodukt, aber ein Thema, das bei fast jeder Altbau-Dachsanierung eine Rolle spielt. Die drei gängigen Optionen unterscheiden sich erheblich in Aufwand, Kosten und Wirkung.

  • BESTE WIRKUNG

    Aufsparrendämmung (von außen)

    Die Dämmung wird oberhalb der Sparren verlegt, bevor das neue Deckungsmaterial aufgebracht wird. Wirksamste Methode, da Wärmebrücken durch Sparren vermieden werden.

    • Erfordert vollständige Neuerdeckung
    • Kein Verlust von Innenraumhöhe
    • Gut kombinierbar mit
  • KOMPROMISS

    Zwischensparrendämmung

    Dämmmaterial wird zwischen die Sparren eingebracht. Einfacher umzusetzen, aber Wärmebrücken an den Sparren bleiben.

    • Kein Eingriff in Dachfläche
    • Wärmebrücken bleiben
    • Oft mit Innendämmung kombiniert
  • GÜNSTIGSTE OPTION

    Innendämmung

    Dämmmaterial wird von innen an der Dachschräge befestigt. Günstigste Variante, aber mit Einschränkungen.

    • Kein Eingriff ins Dach
    • Verlust von Innenraumhöhe
    • Dampfbremse zwingend erforderlich

Dach von innen dämmen ohne Unterspannbahn

Fehlt eine funktionsfähige Unterspannbahn, ist die Innendämmung mit erhöhtem Aufwand verbunden. Ohne Unterspannbahn kann Feuchtigkeit aus der Raumluft in die Konstruktion diffundieren. Lösungsansätze sind eine luftdichte Dampfbremse auf der Raumseite oder eine Einblasdämmung. In vielen Fällen ist eine Neuerdeckung mit gleichzeitigem Einbau einer Unterspannbahn die wirtschaftlichere Lösung auf Dauer.

3. Altes Dach überdecken: Wann ist das möglich?

In bestimmten Fällen lässt sich neues Deckungsmaterial direkt auf das bestehende Dach aufbringen, ohne das alte Material vollständig zu entfernen. Das spart Entsorgungskosten und Arbeitsaufwand (Dacheindeckung mit Dachpappe).

Voraussetzungen für eine Überdeckung

  • Die bestehende Unterkonstruktion ist tragfähig und weist keine Fäulnis auf.
  • Das alte Deckungsmaterial ist asbestfrei.
  • Das Gesamtgewicht übersteigt die statisch zulässige Last nicht.
  • Das Dachgefälle ist für das neue Material geeignet: Trapezblech, Stehfalz ab 4,5°, Dachziegelblech ab 14°

Trapezblech als Überdeckungsmaterial

Trapezblech eignet sich gut für die Überdeckung, weil es mit 4 bis 8 kg/m² sehr leicht ist. Die neuen Sparren oder Konterlattung werden auf das alte Dach aufgeschraubt, das Trapezblech dann darauf verlegt. Für saubere Abschlüsse an Traufe, First und Ortgang sind passende Kantteile notwendig, bei Altbauten häufig als Sonderabkantung.

4. Altbau Dach erneuern: Materialwahl und Sonderabkantungen

Wenn das alte Deckungsmaterial entfernt und das Dach komplett neu gedeckt wird, stehen beim Altbau dieselben Materialoptionen zur Verfügung wie beim Neubau. Die Besonderheit liegt in den Anschlüssen und Kantteilen.

Materialwahl

Für die Neuerdeckung von Altbau-Nebengebäuden, Scheunen und Anbauten sind Trapezbleche die meistgenutzte Lösung. Sie sind leicht, langlebig und millimetergenau nach Maß bestellbar. Für Satteldächer mit Ziegeloptik bietet sich das Dachziegelblech Tegula an. Für flache Dächer mit geringem Gefälle ab 4,5° sind Stehfalzprofile die saubere Wahl.


Profil

Mindestgefälle

Stützweite

Geeignet für

Trapezblech TP18

bis 1,80 m

Gartenhaus, Schuppen, Anbauten

Trapezblech TP35

4,5°

bis 2,50 m

Carport, Nebengebäude

Trapezblech TP55

4,5°

bis 4,00 m

Scheune, Hallendach

Stehfalz

4,5°

flexibel

Flachdächer, Anbauten, Wohngebäude

Tegula

14°

bis 1,20 m

Satteldach, Ziegeloptik

Sonderabkantungen für Altbauten

Standardkantteile sind auf Normmaße ausgelegt. Bei Altbauten passen diese häufig nicht: Der Ortgang hat einen ungewöhnlichen Winkel, die Traufhöhe entspricht keinem Standardmaß, oder der Wandanschluss muss an eine unregelmäßige Bestandsfassade angepasst werden.

5. GEG-Vorschriften und Dämmvorgaben

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Wohngebäude Mindestanforderungen an den Wärmeschutz vor. Wer das Dach eines Wohngebäudes neu eindeckt oder saniert, muss diese Anforderungen einhalten.

Was schreibt das GEG vor?

Für Dachflächen mit Wohnraumanschluss gilt ein Mindest-U-Wert von 0,24 W/(m²K). Wird das Dach neu gedeckt und dabei die Dämmung erneuert oder erstmals eingebaut, muss dieser Wert erreicht werden. Wer lediglich das Deckungsmaterial austauscht, ohne in die Dämmebene einzugreifen, ist in der Regel nicht zur Nachrüstung verpflichtet.

Gilt das GEG auch für Nebengebäude?

Nein. Für Gartenhäuser, Carports, Scheunen und andere nicht beheizte Nebengebäude gelten die GEG-Anforderungen nicht. Das macht Metalldach in diesen Fällen besonders attraktiv: Die Erneuerung ist schnell, günstig und ohne behördliche Auflagen umsetzbar.

Gibt es eine Pflicht zur Dachsanierung?

Eine generelle Sanierungspflicht für Dächer gibt es nicht. Das GEG verpflichtet jedoch Eigentümer von Wohngebäuden, deren Dachfläche nicht den Mindest-U-Wert erfüllt, zur Nachrüstung bis zu einem bestimmten Stichtag, sofern das Gebäude nicht selbst bewohnt wird. Für aktuelle Details empfehlen wir die Beratung durch einen Energieberater oder die zuständige Baubehörde.

6. Was kostet ein neues Dach beim Altbau?

Die Kosten einer Altbau-Dachsanierung oder Neuerdeckung hängen von der Dachfläche, dem gewählten Material und dem Aufwand für die Demontage des alten Materials ab. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf die reinen Materialkosten ohne Montage.

Maßnahme

Kosten (Material)

Hinweis

Dämmung

15 bis 50 €/m²

Je nach Dämmstoff und Dicke. Aufsparrendämmung teurer.

Trapezblech Neuerdeckung

ab 10 bis 20 €/m²

TP18 in 0,50 mm. Kantteile und Befestigung zusätzlich.

Sonderabkantungen

auf Anfrage

Individuelle Kantteile nach Maß.

Entsorgung Altmaterial

5 bis 15 €/m²

Asbesthaltiges Material deutlich teurer (Sonderentsorgung).

Beispielrechnung: 100 m² Altbau-Nebengebäude neu decken

Für eine Dachfläche von 100 m² mit Trapezblech TP35 in 0,50 mm Stärke ergibt sich ein Materialbudget von ca. 1.000 bis 2.000 Euro für die Bleche. Hinzu kommen Kantteile, Befestigungsschrauben und gegebenenfalls eine neue Unterspannbahn. Bei Sonderabkantungen für nicht standardisierte Anschlüsse kommen geringere Kosten hinzu. Eine genaue Kalkulation liefert der Dachkonfigurator.

Ja, Innendämmung ist möglich und die günstigste Variante. Sie hat aber Einschränkungen: Die Innenraumhöhe geht verloren, und ohne eine luftdichte Dampfbremse entstehen Feuchtigkeitsprobleme. Fehlt eine Unterspannbahn, ist die Umsetzung aufwendiger. Wir von dachbleche24 empfehlen in diesen Fällen zu prüfen, ob eine Neuerdeckung mit gleichzeitigem Einbau einer Unterspannbahn auf Dauer wirtschaftlicher ist.

Die reinen Materialkosten für Trapezblech liegen je nach Profil und Stärke bei ca. 10 bis 20 Euro/m². Hinzu kommen Kantteile, Befestigungsmaterial und gegebenenfalls eine neue Unterspannbahn. Bei Altbauten kommen oft Kosten für Sonderabkantungen und die Entsorgung des alten Materials dazu.

Das ist möglich, wenn die Unterkonstruktion tragfähig ist, das alte Material asbestfrei ist und das Dachgefälle für das neue Deckungsmaterial ausreicht. Bei Gebäuden mit Baujahr vor 1993 ist eine Asbestprüfung Pflicht.

Das GEG schreibt für Wohngebäude einen Mindest-U-Wert von 0,24 W/(m²K) für Dachflächen mit Wohnraumanschluss vor. Für nicht beheizte Nebengebäude gilt das GEG nicht.

Reine Neuerdeckungen ohne Dämmmaßnahme werden in der Regel nicht gefördert. Werden gleichzeitig Dämmmaßnahmen durchgeführt, können KfW-Programme oder BAFA-Zuschüsse relevant sein.

Sonderabkantungen sind Kantteile, die nach individuellen Maßen gefertigt werden. Sie sind notwendig, wenn Sparrenabstände, Traufhöhen oder Ortgangwinkel vom Standard abweichen, was bei Altbauten häufig der Fall ist.